Zeitungsberichte

Zeitungsberichte


 
 
AZ vom 12.11.2008 (Bericht über das Konzert in Gau-Algesheim)
Bericht über den Chorausflug nach Forli
(Der ganze Bericht von Manfred Wantzen über den Chorausflug nach Forlì, Italien)
AZ vom 19.06.2006 (Gekürzter Bericht über den Chorausflug nach Forlì, Italien)
Fotoreportage eines mitgereisten Fans (Bericht von Wilfried Kasig über den Chorausflug nach Forli, Italien )
AZ vom 08.11.2005 (Bericht über das Konzert in Gau-Algesheim)
Christian Erbach komponiert auch Messen
(Aus dem Heimatjahrbuch für den Kreis Mainz Bingen 2005)
Christian Erbach und die Missa paschalis von 1614
(Auszug aus der Festschrift zur 650 Jahrfeier von Gau-Algesheim)
Mittelpunkt Nr. 3/2004
(Bericht über die überraschende Entdeckung der Messe  "Missa paschalis")
AZ vom 09.11.2004 (Bericht über das Konzert in Gau-Algesheim)
AZ vom 03.11.2004 (Bericht über das Konzert in Kirn )
AZ vom 25.10.2004 (Vorbericht zum Konzert in Kirn )
AZ vom 25.10.2004 (Vorbericht zum Konzert in Gau-Algesheim )
AZ vom 22.05.2004 (Bericht über Benno Neuhaus erste 100 Tage )
AZ vom 19.03.2004 (Bericht über die Neuwahl des 1. Vorsitzenden))
AZ vom 06.03.2004 (Bericht über die Entdeckung einer Erbach-Messe)
AZ vom 11.11.2003 (Bericht über die Aufführung des Elias in Gau-Algesheim)
AZ Kirn vom 04.11.2003 (Bericht über die Aufführung des Elias in Kirn)
AZ Kirn vom 30.10.2003 (Vorbericht über die Aufführung des Elias in Kirn)
AZ vom 15.10.2003 (Vorbericht über die Aufführung des Elias in Gau-Algesheim)
     
AZ vom 05.11.2002 (Bericht über das Jahrekonzert 2002)
AZ vom 15.10.2002 (Interview mit Dr. Haldeman)
Bericht über die Chorfahrt nach Caprino
(Bericht über die Chorfahrt nach Caprino Veronese, Italien)
AZ vom 10.01.2002 (Ankündigung Probenbeginn 2002)
     
AZ vom 06.11.2001 (Bericht über das Jahrekonzert 2001)
     

AZ vom 09.11.2000

(Bericht über das Jahrekonzert 2000)

Wochenblatt vom 09.11.2000

(Bericht über das Jahrekonzert 2000)

AZ vom 03.09.2000 

(Bericht über die Chorfahrt nach Jena)

AZ vom 19.07.2000 

(Ankündigung Probenbeginn nach der Sommerpause)
 

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 AZ vom 19.06.2006

 
 
Konzert wegen Erfolgs wiederholt

Riesenbeifall in Gau-Algesheim für über 100 Sänger starken Christian-Erbach-Chor

Vom 12.11.2008
 
mo. GAU-ALGESHEIM Riesenbeifall erntete der Christian-Erbach-Chor am Ende eines beachtenswerten Konzertes in St. Cosmas und Damian. Und dies gleich zweimal, denn erstmals gab es wegen der großen Nachfrage eine Konzertwiederholung des katholischen Kirchenchores. Chorleiter Matthias Heucher, dem die Gesamtleitung oblag, hatte "Ein Deutsches Requiem" von Johannes Brahms und die Mauersberger-Motette eingeübt.

Der Kirchenchor, der sich für dieses Projekt etwas verstärkt hatte (weit über 100 Sänger), positionierte sich in Gruppen innerhalb des Gotteshauses verteilt, um gesanglich mit Mauersbergers Motette "Wie liegt die Stadt so wüst" a cappella zum 9. November die grenzenlose Ohnmacht vor der zerstörerischen Kraft bewaffneter Auseinandersetzungen zu beschreiben.

Die Trostlosigkeit des Anblicks einer Stadt, die nicht nur musikalisch und gesanglich herausgearbeitet wurde, untermalten projektierte Bilder des Jahres 1945 von Dresden auf einer Leinwand. Das Experiment, wie es angekündigt wurde, gelang, ließ viele Zuhörer erschaudern, vor allem dank der musikalischen Umsetzung.

Den Gegensatz dazu stellte Brahms` "Ein Deutsches Requiem" dar, das sich nicht auf Klagen und Trauern beschränkt, sondern Hoffnung vermittelt und die Zuversicht mit Trost verknüpft. Elemente der Ehrfurcht vor der Allmacht verband die Musik, sehr einfühlsam interpretiert durch den Chor in Abstimmung mit dem Orchester und den Solisten. Darin überlagert die Hoffnung die zuvor beschriebene Traurigkeit. Sie löst Fesseln und bestätigt die christliche Auffassung, dass nach dem Tod ein neuer Anfang steht.

Unmittelbar davor, nach dem die Zeitlosigkeit, Trauer und Dialog musikalisch in einzelnen Sätzen behandelt waren, ließ der Zuschnitt von Text und Musik die Auferstehungsvision triumphal erscheinen und verdrängte den sonst üblichen Eindruck des jüngsten Gerichts. In der Interpretation ebnete die Darbietung den Weg über die spürbare Verherrlichung und Anerkennung Gottes zur finalen Aussage des ewigen Lebens. Den musikalischen Part hatte zum zehhnten Mal das Schöneck-Ensemble aus Koblenz übernommen, einfühlsam und dynamisch zugleich erbrachten die Musikerinnen und Musiker mit dem Chor eine homogene Wiedergabe der musikalischen Vorgaben. Mit Johanna Rosskopp (Sopran) und Florian Rosskopp (Bariton) bot der Christian-Erbach-Chor zwei jungen und hoffnungsvollen Solisten der Region Gelegenheit, sich zu präsentieren. Mit geschmeidig klarem und kräftigem Stimmvolumen sowie ansprechender Interpretation hatten sie großen persönlichen Anteil am Gesamterfolg des Jahreskonzertes. Pfarrer Henning Priesel hatte zu Beginn Erläuterungen zu den Werken und Komponisten gegeben.

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 AZ vom 19.06.2006

Vereinsleben Chor zu Gast in Italien


Vom 19.06.2006
 
mo. GAU-ALGESHEIM Zu einem besonderen Erlebnis wurde für die Mitglieder des Christian-Erbach-Chores der Ausflug nach Forli in Italien. Dabei handelte es sich um den Gegenbesuch beim Coro San Paolo, der 2004 in Gau-Algesheim gastierte und das Konzert zur Nachkerb bereicherte. Die italienischen Sängerinnen und Sänger weilten damals zu einer Freizeit auf Burg Stahleck in Bacharach und hatten über die Website des Gau-Algesheimer Kirchenchores Kontakt mit dem damaligen Vorsitzenden Dr. Bernhard Freund aufgenommen.

Vom Flugplatz Hahn startete jetzt der Erbach-Chor nach Forli in der Emilia Romagna, ganz in der Nähe der Formel 1-Rennstrecke Imola gelegen. Die Unterkunft der Gau-Algesheimer erfolgte im 30 Kilometer entfernten Badeort Cecenatico, wobei die Gastgeber für den Transport zwei Busse bereitgestellt hatten. Die Gastfreundschaft beschreiben die Teilnehmer als überwältigend.

Neben der privaten Begegnung mit den Mitgliedern des Coro San Paolo war auch das Singen zur Ehre Gottes im Programm vorgesehen, ebenso das Konzert in San Giacomo am Hafen von Cecenatico. Hierbei hatten sich die Kirchensänger eine recht anspruchsvolle Programmfolge zusammengestellt: Werke von Christian Erbach über Mauersberger bis hin zu Rutter, der ganz modernen geistlichen Chorliteratur. "Wir haben den Wunsch unserer Gastgeber erfüllt", berichtet Erbach-Chor-Vorsitzender Benno Neuhaus. Ungewöhnlich für die Gau-Algesheimer war der Konzertbeginn mit 22 Uhr.

Auch bei einem Festamt in der Abteikirche von San Marcuriale in Forli, einer etwa 100000 Einwohner zählenden Stadt. sang der Gau-Algesheimer Chor Eine Stadtführung schloss sich an. Danach gab der Christian-Erbach-Chor noch ein kleines Konzert auf den Stufen der Abteikirche.

Im Gemeindezentrum San Paolo wurden die Gau-Algesheimer von ihren Gastgebern trefflich mit landestypischen Gerichten bewirtet. Lob zollten die Mitreisenden ihrem Vorsitzenden Benno Neuhaus, der sich in der Organisation einiges hatte einfallen lassen.

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 AZ vom 08.11.2005

   
 
 

Kraftvoll erklingt Lobpreisung Gottes

Christian-Erbach-Chor glänzt beim geistlichen Jahreskonzert in St. Cosmas und Damian


Chor, Orchester und Solisten überzeugten durch ein harmonisches Wechselspiel.
Foto: Thomas Schmidt

Vom 08.11.2005

GAU-ALGESHEIM Anton Bruckners "Te Deum" und Felix Mendelssohn-Bartholdys "Lobgesang", Sinfonie Nummer 2, standen beim Jahreskonzert des Christian-Erbach-Chores auf dem Programm.

 
Von

Alfons Molitor

Die Gesamtleitung lag bei Matthias Heucher, Pfarrer Hans-Peter Weindorf gab Erläuterungen zu den Komponisten und gratulierte dem Chor zum 60. Geburtstag. Am 14. Oktober 1945 war der Chor gegründet worden. Noch heute ist Gründungsmitglied Hans Mundschau eine Stütze des Zweiten Basses.

Der Lobpreis Gottes erklang kraftvoll durch St. Cosmas und Damian, als Matthias Heucher den Einsatz zum geistlichen Konzert des Kirchenchores gegeben hatte. Anton Bruckners "Te Deum" vermittelte Ergriffenheit, Respekt und Staunen vor der Größe Gottes, um dann in zurückhaltende harmoniebetonte Passagen des Werkes zu gelangen, die Demut vor dem Herrn spürbar werden ließen.

Das homogene Wechselspiel von Chor und Solisten in steter Begleitung des Orchesters, Schöneck-Ensemble, Koblenz, beeindruckte. Die Solisten Johanna Rosskopp, Mainz (Sopran), Judith Christ, Wiesbaden (Alt), Joachim Buhrmann, Berlin (Tenor) und Jin-Su Lee, Mainz (Bass) sowie Elisabeth Grandjean, Koblenz (Sopran), überzeugten durch deutliche Aussprache und wohltuende Klangfarbe bei ansprechendem Volumen.

Der Christian-Erbach-Chor mit knapp 80 Aktiven - davon ein Drittel Männer, zwei Drittel Frauen - gefiel wegen der Geschmeidigkeit im Vortrag und der absoluten Aufmerksamkeit gegenüber den Einsätzen Heuchers. Er bot das kräftige Fortissimo, um wiederum in zartes Piano zurückzuweichen, verlieh den aufgeführten Werken Dynamik in der Wiedergabe und harmonischen Wohlklang bei der Interpretation.

Anton Bruckner war Gott verbunden, wie sonst ließe sich bei seinen Tonschöpfungen die von ihnen ausgehend geschaffene Faszination auch in der Feierlichkeit des "Te Deum laudamus" erklären. Nach einer kurzen Pause führte Felix Mendelssohn-Bartholdys "Lobgesang-Sinfonie" die Besucher in der Kirche St. Cosmas und Damian in die Nähe einer eher romantisch zu nennenden Gottesverehrung.

Zwar war den bibel-textlichen Inhalten des Werkes eine größere Instrumentalpassage vorausgegangen, doch mit "Alles was Odem hat, lobe den Herrn" eröffneten der Chor und die Solisten den Anwesenden, die den Text beider Aufführungen mit verfolgen konnten, Aussagen der Schrift und Bekenntnis zum christlichen Glauben.

Der bekannte Choral "Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen" ruft zu Lob, Ehr und Preis des Allmächtigen auf.Ein fünfminütiger Non-Stop-Schlussapplaus der Zuhörerinnen und Zuhörer spricht für sich und das, was der Christian-Erbach-Chor, die Solisten und das in Gau-Algesheim nicht mehr unbekannte Schöneck-Ensemble aus Koblenz zwei Stunden lang bravourös geleistet hatten, allen voran Chorleiter Matthias Heucher.

 

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 Aus dem Hematjahrbuch für den Kreis Mainz Bingen 2005, S. 202-203

 
 

Christian Erbach komponierte auch Messen

Bernhard Freund

Wenn im Jahr 2005 Gau-Algesheim sein 650. Stadtjubiläum begeht, sind es gleichzeitig 370 Jahre, seit Christian Erbach* in Augsburg starb. Der große Sohn unserer Stadt hat bekanntlich überwiegend geistliche Musik komponiert. Neben seinen Werken für Orgel nehmen Vokalkompositionen einen breiten Raum ein. Adam Bernhard Gottron, der sich intensiv mit Erbachs Werk auseinandersetzte, gibt die Zahl seiner Orgelkompositionen mit 40 an, die seiner Chorsätze mit ca. 300.

Der Gau-Algesheimer Christian-Erbach-Chor ist mit der Annahme des Namens die Verpflichtung eingegangen, das Vokalwerk seines Namensgebers zu pflegen. Er verdankt es besonders seinem langjährigen und hoch verdienten Chorleiter Rudolf Busch, dass er dieser Verpflichtung nachkam. So wurden in den über 3 Jahrzehnten der "Ära Busch" regelmäßig Motetten des Namensgebers einstudiert und aufgeführt. Die Festschrift zum 50jährigen Bestehen 1995 nennt allein 24 verschiedene Stücke. Die bekanntesten unter diesen laut Gottron wortgezeugten Kompositionen sind das 8-stimmige Cantate Domino, das beinahe zur Hymne des Chores wurde. Mit dem Dum transisset sabatum beschreibt Erbach den Gang der drei Frauen zum Grab Jesu, Rudolf Busch pflegte hier auf die kompositorisch angelegten "Trippelschritte" der Maria Magdalena aufmerksam zu machen. Auch das schöne O sacrum convivium (Oh heiliges Gastmal) gehört in diese Reihe wie auch das Lapidabant Stephanum für den zweiten Weihnachtstag, in welchem eindrucksvolle chromatische Tonfolgen den Tod des Heiligen durch Steinigung beschreiben.
In der Liste der gesungenen Kompositionen ist auch ein Requiem, eine Totenmesse also mit dem Titel Missa pro fidelibus defunctis. Sie wurde in den 1980er Jahren von dem US-Amerikaner Dr. William Haldeman in moderne Notenschrift übertragen und dem Chor geschenkt. Auf Haldeman, der das Vokalwerk Erbachs in den 1960er Jahren wissenschaftlich untersuchte, geht eine ganze Reihe von Werkübertragungen in moderne Notation zurück. Gottron hatte bereits in den 1940er Jahren Werke übertragen und herausgegeben.
Auch unter seinem heutigen Chorleiter Matthias Heucher singt der Chor Werke von Erbach, wann immer sich dies im Lauf des Kirchenjahrs thematisch anbietet.

Immer wieder stellten wir uns im Chor die Frage, ob Erbach denn auch Messen komponiert habe, d.h. die typischen, mit dem lateinischen Begriff Ordinarium bezeichneten Teile Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, ggf. Benedictus und Agnus Dei. So zu fragen liegt besonders nahe, wenn ein Chor es in seiner Arbeit immer wieder mit Messkompositionen anderer Meister zu tun hat. Zwar war in musikwissenschaftlichen Werken und Handbuchartikeln hin und wieder von Messkompositionen Erbachs die Rede, doch war der Verbleib der Noten unbekannt. So schrieb Gottron in der Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Christian-Erbach-Chors 1970: drei Messen von 5 bis 8 Stimmen müssen als verloren gelten. Schon vorher hatte Haldeman in seiner Dissertation, die, da unpubliziert, erst Anfang der 1990er Jahre nach Gau-Algesheim gelangte, unter Einschluss des oben genannten Requiems sogar sieben Messen aufgezählt. Er merkte jedoch an, fünf von diesen seien im zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Somit bestand die Chance, noch eine verbleibende Messe aus der Reihe zu finden.

Haldeman hatte als Quellenmaterial für seine Forschungen über Erbach um 1960 den gesamten Bestand Erbachscher Vokalkompositionen in Frühdrucken, Kompositions-sammlungen und Handschriften in europäischen und amerikanischen Bibliotheken erfasst und mikroverfilmen lassen. 1995, anlässlich des 50jährigen Bestehens des Christian-Erbach-Chores, schenkte er dem Chor eine vollständige Kopie dieser Mikrofilme. Nach Rückvergrößerung und Erstellen eines Inhaltsverzeichnisses** für alle 9 Filme fiel ein darin abgelichtetes Choralbuch von 1614 mit dem Titel Officium divinum auf. Die darunter zusammengefassten 130 Seiten ließen zunächst auf Motetten und Hymnen zu verschiedenen Texten schließen. Erst bei näherer Untersuchung erschlossen sich die typischen Messteile beginnend mit dem Kyrie-Ruf.
Diese Aufteilung kennzeichnet zugleich eine Besonderheit der gefundenen Messe: es handelt sich um eine sog. Plenarmesse. Sie enthält nicht nur das oben genannte Ordinarium, sondern auch Kompositionen für das Kirchenfest, für das sie geschrieben wurde: Ostern. Letztere werden unter dem Begriff Proprium zusammengefasst. Unter ihnen zum Beispiel der Hymnus Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, beginnend mit den lateinischen Worten Haec dies.

Die Messe befindet sich im Original in einer Augsburger Handschriftensammlung, bekannt unter dem Namen Tonkunst Schletterer. Die Missa Paschalis von 1614 wurde in schönen Quadratnoten im Augsburger Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra von Hand aufgeschrieben. An Satz- und Stimmanfängen sind jeweils Initialen im Stempeldruck eingefügt, die im Original teilweise koloriert oder mit Blattgold ausgelegt sind. Schreiber dieser Noten war der kunstliebende Subprior des Klosters Johannes Dreher oder Treer. Er war nicht nur ein Kalligraph, sondern nach Otto Ursprung auch der regens chori, der Chorleiter. Man darf annehmen, dass Johannes Dreher die Missa Paschalis auch mit seinem Chor aufgeführt hat, bevor das Goldene Zeitalter Augsburgs in den Wirren des 30jährigen Krieges endete. Dann geriet die Messe in Vergessenheit. Heutige Chorsänger können die Mensuralnotation des 17.Jahrhunderts nicht mehr singen. Voraussetzung für eine Wiederaufführung nach vielleicht 370 Jahren ist daher die Transkription, d.h. Übertragung in moderne Notenschrift. Diese Aufgabe muss von Fachleuten durchgeführt werden. Wir im Christian-Erbach-Chor hoffen, dass dies so rechtzeitig geschieht, dass die Messe im Jubiläumsjahr 2005 wieder erklingen kann, und dieses Mal am Geburtsort Christian Erbachs.

Anmerkungen und Literaturhinweise:

*Christian Erbach der Ältere (ca.1570 ,Gau-Algesheim - 1635, Augsburg). Die Daten für Christian
Erbach den Jüngeren lauten: 1603 - 1645, Augsburg

** Auch an dieser Stelle dankt der Autor Herrn Willi Bauhardt, Ingelheim, für das gewissenhafte
Anlegen eines Inhaltsverzeichnisses der Erbach-Mikrofilme.

Busch, R. , B.Freund, L. Hellriegel und andere, Festschrift des Christian-Erbach-Chores , Gau-Algesheim, anlässlich seines 50jährigen Jubiläums 1995, aus der Reihe: Beiträge zur Geschichte des Gau-Algesheimer Raumes, Bd. 37/1995; Hrsg. Carl-Brilmayer-Gesellschaft Gau-Algesheim

Gottron, Adam Bernhard, Ein Lebensbild Christian Erbachs, unveröffentlichtes Manuskript von ca. 1959, Standort: Diözesanarchiv Mainz

Derselbe, Zur Erinnerung an den 400.Geburtstag von Christian Erbach (Festschrift zum 25jährigen Bestehen des Christian-Erbach-Chors 1970)

Haldeman, William Keith, Thesis: The Vocal Compositions of Christian Erbach (ca. 1570 - 1635), University of Rochester 1962

Derselbe, Christian Erbach, 8 Motetten zu 3-5 Stimmen, z.T. mit Generalbass, herausgegeben von William K.Haldeman, Möseler Verlag Wolfenbüttel

Hust, Christoph (Ernst Fritz Schmid), Monographie Erbach in Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Kassel, Stuttgart u.a. 2001, Personenteil Bd. 6, 402 - 406

Tonkunst Schletterer, Nr. 22 (olim Nr. 34), Katalog der Musikhandschriften der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Ursprung, Otto, Jakobus de Kerle, Sein Leben und seine Werke, Inaugural-Dissertation Universität München 1913

   
 

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 Aus der Festschrift zur 650 Jahr Feier der Stadt Gau-Algesheim

   
 

Christian Erbach und die Missa paschalis von 1614

Bernhard Freund

Im Jahr 1614 war der aus Gau-Algesheim stammende Christian
Erbach (ca. 1570 bis 1635) schon im zweiten Jahrzehnt in der freien
Reichsstadt Augsburg ansässig und tätig (1). Die Bedingungen dort
waren für ihn als begabten Musiker günstig, erlebte Augsburg doch
eine Hochblüte von Kunst und Kultur, die als das Goldene Zeitalter in
die Geschichte eingehen sollte. Der Zuwanderer aus dem kurmainzischen
Gau-Algesheim war nicht nur als Tonschöpfer geistlicher
Musik hervorgetreten, sondern hatte im Musikleben der Stadt auch
wichtige Positionen inne. So war er Organist an der Augsburger Hofkapelle
seines Mäzens Markus Fugger des Jüngeren. Ferner war er
nicht nur als Stiftsorganist am Kollegiatstift von St. Moritz tätig, sondern
auch Organist der Stadt sowie Haupt der Stadtpfeifer, d.h. Dirigent
des reichsstädtischen Orchesters. Am Augsburger Dom war er zu
dieser Zeit noch der Stellvertreter des Domorganisten Erasmus Mayr.
Ebenso bedeutend war Erbachs Stellung als Musiklehrer. Unter
denen, die ihm als begabte Schüler von Nah und Fern zuströmten,
waren viele, die sich später auf dem Gebiet geistlicher Musik einen
Namen machen sollten.
Auch familiär war Erbach, wie man heute sagen würde, etabliert.
1602 war er aus der kurmainzischen Leibeigenschaft entlassen worden,
um Bürger der Stadt Augsburg zu werden. Im selben Jahr hatte
er Leonore Brechler aus Augsburg geheiratet, der Erstgeborene der
Familie war 1603 Sohn Christian.
Darüber, welche Verbindungen er zu den Verwandten und Freunden
in seiner Heimatstadt Gau-Algesheim unterhielt, können wir nur
mutmaßen. Ein einziger Fall ist im Pfarrbuch der Pfarrgemeinde St.
Cosmas und Damian verzeichnet: der Gau-Algesheimer Kaplan Giordanus
Wigandus wurde 1610 in Augsburg apud Honorabilem Domi-
num Christianum Erbach Organistam et Componistam…(= bei dem
ehrwürdigen Herrn Organisten und Komponisten Christian Erbach)
auf der Rückreise von Rom aufgenommen (2).
Seine Kompositionen der ersten beiden Dekaden in Augsburg veröffentlichte
Christian Erbach vorwiegend in Druckwerken, so z.B. in
dem Thesaurus Litaniarum (Litaneienschatz) des Georg Victorinus.
Es folgten Motettenbücher mit ebenfalls lateinischen Titeln, das erste
von diesen, die Modi Sacri (Geistliche Werke), erschien 1600 in
Augsburg. Umfang, Bedeutung, Stil und Charakter der Vokalkompositionen
C.Erbachs und das Umfeld ihrer Entstehung in Süddeutschland
im Frühbarock hat William K.Haldeman 1962 einer eingehenden
musikwissenschaftlichen Untersuchung unterworfen (3) .
1614 ist für Christian Erbach auch als Erscheinungsjahr seines wohl
umfangreichsten Vokalwerks zu nennen, seiner Missa paschalis
(Ostermesse) nämlich (4). Überraschenderweise wird sie aber nicht
gedruckt, sondern als kalligraphische Notenausgabe aus der Feder des
Subpriors und Regens Chori (Chorleiters) des Benediktinerklosters
Ss. Ulrich und Afra zu Augsburg, Johannes Dreher herausgegeben.
Die Messe umfasst einerseits das aus Messkompositionen vertraute
so genannte Ordinarium mit den Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus,
Agnus Dei, zusätzlich aber auch Messgesänge zum eigentlichen
Osterfeiertag, das Proprium. Letzteres enthält Gesänge mit folgenden
lateinischen Textanfängen:

Resurrexi (Auferstanden bin ich)
Haec dies quam fecit (Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat)
Alleluia. Pasca nostrum (Alleluja. Unser Osterlamm)
Agnus redemit oves (Das Lamm erlöste die Schafe)

Wie schon an anderer Stelle berichtet (5), sind die Notenblätter des
Kalligraphen Johannes Dreher mit Initialen im Stempeldruck und eindrucksvollen
Quadratnoten in so genannter Mensuralnotation ausge-
führt. Die Messe ist 5stimmig. Die ursprüngliche Seitengröße der
Choralbücher entspricht annähernd dem heutigen Format DIN A 2,
so dass mehrere Chorsänger gleichzeitig vom Blatt singen konnten.
Heutige Chorsängerinnen und -sänger sind mit dieser Notenschrift
nicht vertraut. Voraussetzung für die Aufführung der Messe oder
ihrer Teile sind die fachmännische Übertragung in moderne Notenschrift
(6). Als Beispiele sind in den folgenden Abbildungen der
Beginn des Sanctus in Mensuralnotation und in moderner Notation
vergleichend gegenüber gestellt.


Beginn des Sanctus in moderner Notenschrift:

Beginn des Sanctus in Mensuralnotation:


Quellen:
(1) Hust, Christoph (Ernst Fritz Schmid), Monographie Erbach in Die Musik in Geschichte und
Gegenwart, Kassel, Stuttgart u.a. 2001, Personenteil Bd. 6, 402 - 406
(2) Gottron, Adam Bernhard u.a. Festschrift Zur Erinnerung an den 400. Geburtstag von Christian
Erbach und zum 25jährigen Bestehen des Christian-Erbach-Chores, Gau-Algesheim 1970,
S.7
(3) Haldeman, William Keith, Thesis: The Vocal Compositions of Christian Erbach (ca. 1570 –
1635), University of Rochester 1962
(4) Tonkunst Schletterer, Nr. 22 (olim Nr. 34), Katalog der Musikhandschriften der Staats- und
Stadtbibliothek Augsburg, H. M. Schletterer, Berlin 1878
(5) Freund, Bernhard , Christian Erbach komponierte auch Messen, Heimatjahrbuch für den
Landkreis Mainz-Bingen 2005, S. 202-203
(6) Den ganz überwiegenden Teil der Messgesänge der Missa paschalis hat in den zurückliegenden
Monaten der oben zitierte US-Amerikaner Dr. William K. Haldeman aus Sacramento in
Kalifornien zusammen mit seiner Frau Anna in moderne Notation übertragen, wofür den beiden
auch an dieser Stelle besonderer Dank gebührt. Die Übertragung ist die Voraussetzung für die
Aufführung der Messe als Chorwerk, die der Gau-Algesheimer Christian-Erbach-Chor für 2005
plant. Wie Dr. Haldeman ergänzend mitteilt, ist die Messe seines Erachtens in historischer Zeit
noch nicht gesungen worden, so dass die kommende Aufführung eine Uraufführung sein wird.

 

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Mittelpunkt Nr. 3/2004

Eine kirchenmusikalische Überraschung nach bald 400 Jahren

Als der Christian-Erbach-Chor 1995 sein 50jähriges Bestehen beging, standen auf der Liste der bereits von ihm aufgeführten Werke 36 Messen verschiedener Komponisten. Eine Messe seines Namensgebers war jedoch nicht dabei, denn es gab keine Notenausgabe einer solchen Komposition von Christian Erbach. Zwar war bekannt, dass Erbach auch Messen komponiert hatte, doch sie galten als verloren.

Christian Erbach, geboren um 1570 in Gau-Algesheim, hat bekanntlich den größten Teil seines Lebens als Komponist und Musiker in vielfältiger Funktion in Augsburg verbracht. Als er gegen Mitte der 1590er Jahren seine Heimat Rheinhessen verließ und sich in die freie Reichstadt am Lech begab, hat er möglicherweise zunächst Unterschlupf bei den dortigen Benediktinern gefunden. Noch heute ist die schöne Klosterkirche Ss.Ulrich und Afra ein Blickfang im Augsburger Stadtbild und im Inneren von besonders reicher Ausstattung.

Die enge Verbindung Christian Erbachs zu den Benediktinern und ihrem dortigen Kloster zieht sich wie ein roter Faden durch seinen Lebenslauf. Der US-amerikanische Erbachforscher Dr. William Haldeman vermutet, dass man dort früh auf den jungen Rheinhessen mit dem großen musikalischen Talent aufmerksam wurde und ihn entsprechend förderte.

Das Augsburger Kloster war zu der Zeit unter dem kunstliebenden Regens Cori Johannes Dreer, der 1558 diese Funktion übernommen hatte, zu einem Mittelpunkt geistlicher Musik geworden. Dies zeigte sich in der Herausgabe vieler Handschriften von zeitgenössischen Kompositionen. Ein Kloster zu der Zeit war ja eine Art Vervielfältigungseinrichtung für wertvolle Manuskripte. Johannes Dreer hatte zudem den Anspruch, solche Schreibarbeiten in besonders ansprechender Weise durchzuführen. Auf diese Weise ist er, der die Notenausgaben selbst schrieb, - eigentlich müsste man sagen, malte -, auch als Kalligraph in die Geschichte eingegangen. Dreer versah die Werke zunächst mit großen Initialen im Stempeldruck, die er teilweise kolorierte. Daran anschließend folgten die Quadratnoten auf fünf Linien in einer Größe, dass mehrere Chorsänger gleichzeitig vom selben Blatt singen konnten. Die vier oder fünf Stimmen waren dabei übereinander angeordnet. Alle Blätter waren zu einem Choralbuch zusammen gebunden.

Eine solche handgeschriebene Notenausgabe war naturgemäß ein Einzelstück. Eine Sammlung wertvoller Handschriften von Johannes Dreer hat die Jahrhunderte überdauert und liegt heute in der Augsburger Stadtbibliothek. Überraschend befindet sich unter den Werken verschiedener Komponisten auch eine Messe von Christian Erbach mit dem lateinischen Titel Missa paschalis, Ostermesse, die Johannes Dreer 1614 kalligraphiert hat.

Im Christian-Erbach-Chor sind Chorleiter und Chor sehr erfreut über diesen Fund, der uns nun prinzipiell in die Lage versetzt, endlich auch eine Messe unseres Namensgebers einzustudieren. Da heute jedoch niemand mehr nach den beschriebenen Quadratnoten singt, erfolgt derzeit die Übertragung der Handschrift in moderne Notenschrift. Geplant ist, die Messe im kommenden Jubiläumsjahr der Stadt, d.h. am Geburtsort Christian Erbachs, aufzuführen. Gleichzeitig blickt unser Chor dann auf 60 Jahre seines Bestehens zurück.
(Dr. Bernhard Freund)

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 AZ vom 09.11.2004

   
 
 

Neue Kombination beim geistlichen Konzert

Christian-Erbach-Chor stellt mit Mozart und Rutter Tradition der Moderne gegenüber / Publikum begeistert

Der Gau-Algesheimer Christian-Erbach-Chor, der das geistliche Konzert mit dem Schöneck-Ensemble und einer Vielzahl von Solisten gestaltete, erntete für das Wagnis, neue Wege zu beschreiten, höchstes Lob.

Vom 09.11.2004

GAU-ALGGESHEIM Der Christian-Erbach-Chor beschritt einen neuen Weg bei seinem geistlichen Konzert in der katholischen Pfarrkirche St. Cosmas und Damian in Gau-Algesheim. Das Gotteshaus bot nur mit Mühe allen Interessierten Platz. Der Spätnachmittag wurde für die Freunde geistlicher Chor- und Musikklänge zum Erlebnis, was sie mit einem über fünfminütigen Beifallssturm ausdrückten.


Von unserem Mitarbeiter
Alfons Molitor

Der Hinweis "Ausverkauft" am Kirchenportal sprach für den Chor und seine bisherigen Leistungen. Matthias Heucher, der junge und dynamische Chorleiter, dem die Gesamtleitung des Konzertes oblag, wagte - und gewann. Er stellte der traditionellen geistlichen Musik eines Wolfgang Amadeus Mozart in einem großartigen Akt ansprechender Vergleichsmöglichkeiten den aktuellen britischen Tondichter John Rutter gegenüber.

Ausführende neben dem mehr als 70 Aktive zählenden Kirchenchor waren das Schöneck-Ensemble aus Koblenz und die Solisten Elisabeth Grandjean, Sopran (Koblenz), Judith Christ, Alt (Wiesbaden), André Schann, Tenor (Koblenz) und der Kölner Bassist Lukas Battis. Heuchers Souveränität führte in dem Zusammenspiel mit größter Aufmerksamkeit und Disziplin Musiker, Chor und Solisten zum Erfolg.

Alle stellten das gemeinsame harmonische Miteinander in den Dienst ihrer Interpretation. Variabel löste der Chor seine Anforderungen, die beachtlich waren. Leistungsbereitschaft und Dynamik trafen ebenso für das Musik-Ensemble und die Solisten zu. Die Begeisterung im Kircheninnenraum wurde mit einer Zugabe belohnt. Heucher hatte ihr stattgegeben, um dann wiederum die Ausführenden feiern zu lassen. Das eigentlich "nicht fertige" Requiem in D-Moll (Instrumentierung Franz Beyer) des 1791 in jungen Jahren verstorbenen großen Meisters im ersten Teil des Konzertes stand im Kontrast mit dem 1990 geschriebenen Magnificat des 1945 geborenen Engländers in Teil zwei. Es war eine musikalische und gesangliche Leistung, die allen Ausführenden letzte Konzentration abverlangte, Dynamik und Flexibilität in der Darstellung von Gefühlswelten, die Hoffnung und Bangen, Ehrfurcht und Schmerz widerspiegelten.

Da war das Requiem, das keinesfalls nur melancholische Aussagekraft hat, sondern vielmehr den Aufschrei der Hinterbliebenen verkörpert, das vehemente Klagelied und die Beschreibung dessen, was den Gläubigen beim Eintreten ins Jenseits erwartet, auch die Qualen der Läuterung. Der Genius fesselt mit seiner Tondichtung, erinnert an das Vergängliche und die Unwiederbringlichkeit des Irdischen, räumt zugleich in seiner Musik Momente ein, die dem Zuhörer das Entrücken aus dem Alltag gestatten. Sie lassen ihm trotz des zu beklagenden Abschieds im Leben die Nische geistiger Erholung und innerer Einkehr.

Rund 200 Jahre später vermittelt Rutter das Moderne. Kein Schock für Traditionalisten, aber in der variantenreichen Zusammensetzung sind Anleihen aus klassischer Gottesverehrung mit gregorianischen Zügen wie auch melodische Schönheit wiederzufinden. Voller Dynamik und äußerst rhythmisch wurde der Vortrag zu einem musikalischen Feuerwerk und geistigen Zeugnis des Augenblicks. Das Magnificat ist eingebettet in einen dramatisch anmutenden Gesamtablauf.

Neben Elisabeth Grandjean waren aus dem Chor Johanna Heucher und Chorvorsitzender Benno Neuhaus bei dieser Aufführung solistisch eingebunden, unterstrichen einmal mehr das Leistungspotenzial, das im Christian-Erbach-Chor steckt.

In einer förmlichen musikalischen Explosion an kreativer Musikvielfalt, variantenreich, rhythmisch und virtuos im Wechselspiel der vom Tonschöpfer vorgegebenen Interpretationsfolge verbergen sich gegenwärtige Auffassung zum geistlichen Lied, gepaart sind sie mit der Glaubens-Lehre und Vorstellungen des Überirdischen.

Ein mächtiges Magnificat, das dennoch das der Gottesmutter zugesprochene zarte Weibliche zu interpretieren weiß, drückt das Empfinden innerhalb unterschiedlicher Gefühlsmomente aus. Melodisch, geschmeidig, angenehm und wiederum lebhaft im Gesamtvortrag präsentierten Christian-Erbach-Chor und Solisten mit dem Schöneck-Ensemble John Rutters Musik, die mit einem grandiosen "Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist" überwältigend endet.

 

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 AZ vom 03.11.2004

   
 
 

Ein Grenzen sprengender Ausdruck

Christian-Erbach-Chor gastiert in der evangelischen Kirche mit Mozarts "Requiem"

Vom 03.11.2004


KIRN Der Christian-Erbach-Chor hat in der evangelischen Kirche Mozarts "Requiem", das letzte Wort des Komponisten, zur Aufführung gebracht. Vor rund einem Jahr gastierte der Chor mit Mendelssohns "Elias" in Kirn.
Von unserem Mitarbeiter
Nikolaus Furch

Der vielseitig engagierte Kirchenchor der Gau-Algesheimer katholischen Gemeinde St. Cosmas und Damian mit seinem jungen Chorleiter Matthias Heucher war damit zum zweiten Mal Gast im Kirner evangelischen Gotteshaus. Mit dem Chor trat ein herausragendes Solistenquartett und das ganz beachtliche als "Schöneck-Ensemble" (Koblenz) gegründete Orchester junger Nachwuchsmusiker auf.

Mit Hinweis auf die zeitliche Nähe von Allerheiligen und Reformationsgedenken klang im Willkommensgruß auch der Wunsch an, das konfessionsübergreifende Verständnis möge nicht nur "zwischen den Noten" wachsen.

Dieses Hinweises bedurfte es nicht: Die beiden an diesem Abend zu Gehör gebrachten Chorwerke erwiesen sich stärker als allzu eng gefasste "Glaubensbekenntnisse".

Die ganz persönlichen Ängste des Komponisten Mozart angesichts seines nahenden Endes fanden auch in Kirn ihren Grenzen sprengenden und somit umfassend menschlichen Ausdruck. Die acht letzten Takte, die Mozart über-haupt zu Papier brachte, verdichteten sich zur eigentlichen Mitte des Konzerts. Diese Takte überlebten im posthum kongenial ergänzten Sequenzteil, dem - nach ursprünglichem Wortsinn quasi "Tränendämme brechen lassenden" - Lacrimosa.

Matthias Heucher hatte den Mut, dem abgründig trauernden Ton dieser schneidenden Aussage ohne "tränenreichen" Zusatz Stand zu halten. Chor und Orchester ließen etwas vom fast rätselhaften Genius selber anklingen. Die mitschwingende persönliche Note kam dann besonders in den beeindruckenden Gesangs-Soli zur Geltung, etwa als "künstlerisches Bekenntnis" inmitten endzeitlicher Posaunenrufe - im erbarmungslosen "Tuba mirum" - oder aber im Benedictus als beinahe adventlicher Gegenruf.

Elisabeth Grandjeans entscheidende Sopransoli waren hier nach Transparenz und Einfühlsamkeit zu bewundern und auch André Schann (Tenor) überzeugte vom allerersten Ton an. Den Gesamtakkord stellte die schöne Leistung der Altistin Judith Christ sicher und nicht zuletzt die in Volumen und Timbre imponierenden Soloeinlagen des Kölner Bassisten Lukas Battis.

Nach der Pause erwartete die Zuhörer ein sicher so gänzlich unerwartetes Hör-Abenteuer. John Rutters klangprächtiges "Magnifikat" überwältigte geradezu mit seiner Suggestivkraft. Wehmut und Demut bei Mozart, vielfältiges Stimmungshoch und Poesie von zart bis deftig beim Anglikaner Rutter. In seinem Marienlob brechen sich immer wieder Jubel und überschäumende Freude Bahn, das vorweg genommene Hosianna.

Der Kontrast zu den Ehrfurcht gebietenden Klängen vor der Pause konnte nicht stärker ausfallen. Vielleicht konnte das auch ein wenig als Zerreißprobe empfunden werden, als denkbare Überfrachtung. Funktioniert doch das Umschalten vom "Programm" Mozart auf ein anderes nicht risikolos, wenn hier die unterschiedlichen Stilebenen aufeinanderstoßen. Den im Publikum losbrechenden Beifallssturm hinderte es nicht.

Phantastisch das Orchester an den vielen Pulten, phantastisch wieder Elisabeth Grandjeans Sopran-Soli und auch die des eingestreuten Solistenduetts mit Chormitglied Johanna Heucher (Sopran) und dem Chorvorsitzenden Benno Neuhaus (Tenor). Im Gespräch meinte der nachdenklich: "Requiem" und "Magnifikat", ist das nicht wie Tod und Auferstehung?"

 

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 AZ vom 25.10.2004

   
 
 

Konzert mit Kontrasten

Christian-Erbach-Chor: Requiem und Magnificat

Vom 25.10.2004

red. GAU-ALGESHEIM Anfang November steht in Gau-Algesheim wieder ein besonderes Konzertereignis an: Der Christian-Erbach-Chor führt in einem kontrastreichen Konzert das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart und das Magnificat von John Rutter auf.

Das allgemein bekanntere Requiem blieb unvollendet, als Mozart 1791 starb. Zunächst von Süssmayr, einem Schüler Mozarts, vollendet, führt der Chor eine spätere Bearbeitung von Franz Bayer auf. Zentrale Themen sind der Schmerz des Abschiednehmens, das Erkennen der eigenen Endlichkeit und aller Vergeblichkeiten.

Im Gegensatz dazu steht in John Rutters Magnificat innige Besinnlichkeit und lebensfrohe Begeisterung für Gott im Mittelpunkt. Das 1990 komponierte Werk verbindet Elemente traditioneller Chormusik (Romantik, Barock, Gregorianik) mit Stilelementen amerikanischer Unterhaltungsmusik. Mit der stellenweise ungewöhnlichen Melodieführung und Rhythmik stellt das Werk hohe Ansprüche an alle Ausführungen.

Als Solisten konnten verpflichtet werden: Elisabeth Grandjean (Sopran), Judith Christ (Alt), André Schann (Tenor) und Lukas Battis (Bass). Den Orchesterpart übernimmt das Koblenzer Schöneck-Ensemble. Einstudierung und Gesamtleitung liegen bei Matthias Heucher.

Die Aufführung findet am Sonntag, 7. November, um 17 Uhr in St. Cosmas und Damian, Gau-Algesheim, statt. Eine Woche vorher ist bereits eine Aufführung in der Evangelischen Stadtkirche in Kirn an der Nahe. Eintrittskarten für Gau-Algesheim sind im Vorverkauf ermäßigt in den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich: Schreibwaren Aumüller, Gau-Algesheim; Buchhandlung Wagner, Ingelheim; Buchhandlung Schweikhard, Bingen.

 

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 AZ vom 25.10.2004

   
 
 

Nicht nur Erlebnis, sondern Ereignis

Christian-Erbach-Chor gastiert mit Mozarts Requiem und Magnifikat von Rutter in Kirn




Mit dem Christian-Erbach-Chor ist wieder ein besonderes Konzertereignis zu erwarten.
Schon im letzten Jahr lieferte er ein beeindruckendes Zeugnis seines Könnens mit Mendelssohns "Elias" in der evangelischen Kirche ab.


KIRN Als besondere musikalische Höhepunkte galten seit jeher in Kirn die Aufführungen großer Kirchenmusik. Wer sie erlebte, erinnert sich lebhaft an sie, etwa an die unvergesslichen Konzerte des evangelischen Kirchenchors und insbesondere der jungen Sänger des Brückenchors. Im letzten Jahr war es ein auswärtiger Chor, dem mit seiner Aufführung von Mendelssohns grandiosem "Elias" ein großer Erfolg beschieden war.
Von unserem Mitarbeiter
Nikolaus Furch

Am Reformationstag, Sonntag 31. Oktober, gastiert nun eben dieser hervorragende Christian-Erbach-Chor aus Gau-Algesheim wieder mit zwei großen Werken in der evangelischen Kirche. Sein Konzert beginnt um 17 Uhr. Mozarts Requiem, das sicher zu den herausragenden musikalischen Schöpfungen zählt und ein Magnifikat in zeitgenössischer Ton- und Gangart kommen mit großer Chor- und Orchesterbesetzung (das bewährte Schöneck-Ensemble) bringt er zu Gehör. Dazu gesellt sich ein beachtliches Solistenquartett mit Elisabeth Grandjean, Sopran, André Schann, Tenor (beide Koblenz), Judith Christ, Alt (Wiesbaden), und Lukas Battis, Bass (Köln). Die Gesamtleitung liegt bei dem jungen dynamischen Dirigenten Matthias Heucher (Idar-Oberstein).

Über Mozarts Requiem ist viel, vielleicht zu viel geschrieben worden. Dieses Requiem ist nicht einfach ein Hör-Erlebnis, sondern schlichtweg ein Hör-Ereignis, das wohl schon an unzählige Grundfesten des Gemüts "heranreichte". Mozart verleiht hier dem Unsagbaren Ausdruck, klingt doch in seiner letzten Komposition Musik "nicht mehr von dieser Welt" an. Und doch ist in ihr der ganze Zauber der Musik des gleichen sehr "lebendigen" Mozart aufgehoben.

Recht unerheblich nimmt sich demgegenüber die Tatsache aus, dass das vemächtnishafte Werk als Fragment überliefert ist: Mozart auf dem Sterbebett singt mit eilig zusammen getrommelten Freunden unvollendete Teile daraus vor, das überlieferte Bild mag Legende sein, entspricht aber dem einzigartigen Stellenwert dieser Totenmesse, in der Abschied und Trost versammelt scheinen. Der Dirigent wählte für die Kirner Aufführung Franz Baiers moderne Instrumentierung. Das Werk aber präsentiert sich auch als "Fragment" als einheitliche und vor allem immer wieder neue und "unerhörte" Schöpfung.

Außerdem ist an diesem Abend ein rhythmisch wie klanglich mit Überraschungen aufwartendes Werk zu hören: das Magnifikat (1990) des zunehmend erfolgreichen englischen Komponisten und Chordirigenten John Rutter (geb. 1945 in London). Zu hören sind faszinierende Stilimitationen und starke Expressivität, letztlich aber ist es ein bekenntnishaftes Loblied nach Tonart unserer Tage, das Maria in die Fürbitte einschließt. Das die Fürbitte bekräftigende "Heilig, heilig" - das "Sanctus" des Gottesdienstes - ist eine Hinzufügung des Komponisten zum ursprünglichen den Zusatz nicht enthaltenden Marienlob. Der Christian-Erbach-Chor dürfte in bekannt intensiver Probenarbeit keine Mühen gescheut haben, dem Anspruch von Werk und Hörern zu genügen.

Karten im Vorverkauf sind in der Kirner Geschäftsstelle der Allgemeinen Zeitung erhältlich (Tel. 06752/94017), im Kirner Reise- und Verkehrsbüro am Bahnhof sowie an der Abendkasse.

 

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 AZ vom 22.05.2004

   
 
 

Freude über neue Mitglieder

Benno Neuhaus zieht erste Bilanz als Vorsitzender des Erbach-Chores

Vom 22.05.2004

mo. GAU-ALGESHEIM Benno Neuhaus ist seit gut zwei Monaten Vorsitzender des Christian-Erbach-Chores. Erste Eindrücke vermittelt der 38-jährige Vater von zwei Söhnen, der übrigens seine Frau im Christian-Erbach-Chor kennen gelernt hat, beim Gespräch am Wochenende.

Die augenblickliche Chorstärke beziffert er mit 78 Mitgliedern. Zu ihnen seien noch 50 Passive zu zählen, um auf die Gesamt-Mitgliederzahl zu kommen. Fünf neue Chormitglieder stimmen den Diplom-Sozialpädagogen und Master of Arts zuversichtlich für die nächsten Aufgaben. Darunter fällt bereits jetzt die Vorbereitung und das Hinarbeiten auf das geistliche Konzert in diesem Jahr. Es sollen wieder zwei Aufführungen sein, eine davon in Kirn.

Ausgesucht wurde das Requiem von Mozart und das Magnificat von John Rutter. "Für unseren Chor ein Novum, ein Werk eines noch lebenden Komponisten aufzuführen", meint Neuhaus. Die Noten seien nur in England für gutes Geld ausleihbar, das Stück selbst erinnere etwas an Filmmusik. Es sei eine nicht einfache, jedoch sehr interessante Komposition. "Wir suchen noch Finanzquellen", fügt der Regierungsangestellte im Landesamt für Jugend und Versorgung in Rheinland-Pfalz hinzu.

Freude macht ihm vor allem der Kontakt zu einem Kirchenchor in Forli (Italien), der über Internet-Verbindung zustande kam. Dieser Kirchenchor werde am Nachkerbesonntag im Gottesdienst mitwirken und das abendliche Konzert von Petra Maack-Wantzen zur Nachkerb aktiv mitgestalten. Dieser Chor sei auf dem klassischen Sektor angesiedelt und eigne sich gut für eine freundschaftliche Verbindung. Insbesondere dürfte die Nähe von Imola rennsportbegeisterte Chormitglieder zusätzlich erfreuen.

Die Heranführung des Nachwuchses nennt Neuhaus eine eminent wichtige Aufgabe, der sich der Vorstand anzunehmen versuche. Dabei erinnert er daran, dass er bereits mit elf Jahren "Gesangskarriere" im Schulchor des Kollegs in St. Blasien in der Stimmlage Alt machen konnte. Nach dem Stimmbruch sang er im Bass, bis zum Abitur im Tenor, "wo ich auch heute noch im Chor ausfindig gemacht werden kann". Selbstverständlich war er während seiner Studienzeit in Stuttgart aktiv im "Studentenchörle". Ihn verwundert, dass im Christian-Erbach-Chor entgegen anderweitiger Erfahrungen der Tenor gut besetzt erscheint, die Bässe jedoch noch Zuspruch gebrauchen könnten. Wichtig sind für Neuhaus Helfer im so genannten Hintergrund. Um das Gemeinschaftliche zu stärken, schließt er nicht aus, ein gemeinsames Joggen zu organisieren. Positiv nennt Neuhaus das Singen bei kirchlichen Anlässen. "Wir müssen nur aufpassen, dass die Termindichte nicht zu groß wird", zeigt sich der seit 1987 aktive Erbach-Chor-Sänger zufrieden.

 

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 AZ vom 19.03.2004

   
 
 

Benno Neuhaus führt Christian-Erbach-Chor

Seitheriger Vorsitzender Dr. Freund gab Amt ab

Vom 19.03.2004

mo. GAU-ALGESHEIM Die Nachwahlen zum Vorstand des Christian-Erbach-Chores unter Wahlleiter Peter Mackert hatten ein einstimmiges Ergebnis: Neuer 1. Vorsitzender ist Benno Neuhaus (Chormitglied seit 1987), Kassenverwalter Ingo Bischel und neuer Stimmführer Tenor Michael Schwinzert.

Der Dank an die auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Amtsvorgänger war eindeutig, stehend applaudierten die Chormitglieder dem seitherigen Vorsitzenden Dr. Bernhard Freund und Kassenverwalterin Gretel Püschel, die beide 15 Jahre die Geschicke des Kirchenchores maßgeblich gestaltet haben. Urkunden, von Vorstand und Aktiven unterzeichnet, sowie Präsente waren Zeichen der Anerkennung. Präses Pfarrer Hans-Peter Weindorf schloss sich für die Pfarrei an und überreichte Gretel Püschel für 50 Jahre aktives Singen im Chor eine Dankurkunde des Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann.

Benno Neuhaus bestätigte gerne die Nachfolge von Dr. Bernhard Freund anzutreten - er habe im Chor seine Frau kennen gelernt - und würdigte eingehend die verdienstvolle Arbeit seines Vorgängers, die von großem Verständnis und ruhiger Hand geprägt gewesen sei. So führe die Neubesetzung des Amtes des Vorsitzenden zugleich zu einem Charakterwechsel, so dass er sich vorweg schon einmal für impulsive Reaktionen "entschuldigen" wolle. In die Ära Dr. Bernhard Freund seien die Zusammenarbeit mit drei Pfarrern und fünf Dirigenten gefallen, keine leichte Aufgabe.

Neuhaus appellierte, nicht zu vergessen, dass der Chor ein Kirchenchor sei und daher die Mitgestaltung von Gottesdiensten originäre Aufgabe, was nicht bedeute, das Jahreskonzert hinten an zu stellen. Die Vorbereitung hierzu erwecke Interesse von Sangesfreudigen, wovon der Christian-Erbach-Chor profitiere. Gretel Püschel bescheinigte er eine immens fleißige Aufgabe in der Verwaltung der Finanzen des Vereins, der kein eingetragener sei, sondern in die Kirchengemeinde eingebunden.

Als "Glücksgriff" wurde die Besetzung des Chorleiters mit Matthias Heucher sowohl von Freund als auch seinem Nachfolger Neuhaus bezeichnet. Ihm galt der Dank. Während Freund den seitherigen Vorstandsmitgliedern dankte, verband Neuhaus das Weitermachen von Antje Küper als Stellvertreterin des Vorsitzenden mit Kontinuität in der Führung.

Von gesunden wirtschaftlichen Verhältnissen zeugte der Kassenbericht von Gretel Püschel für die Jahre 2002 und 2003. Dies trotz enormer finanzieller Anstrengungen für die Konzertdurchführungen, wobei insbesondere die Aufführung des Elias im vergangenen November einen Rekord-Kartenverkauf erbracht hat. Die Entlastung des Vorstandes fiel einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen aus.

Freund hatte in seinem Rechenschaftsbericht Bezug auf Konzerte, Geselliges und kirchliche Anlässe genommen, dabei auch die Flexibilität des Chores unterstrichen. Die Internetpräsenz habe nunmehr dazu geführt, dass ein Kirchenchor aus Forli (Italien) Kontakt zum Christian-Erbach-Chor aufgenommen habe. Er wird Ende August Bacharach besuchen und seitens des Chores werde versucht, die italienischen Sängerinnen und Sänger einmal nach Gau-Algesheim, vielleicht zu einem Auftritt, zu holen. Das Interesse an einer Chorfreundschaft sei da.

 

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 AZ vom 06.03.2004

   
 
 

Messe von Erbach entdeckt

Noten müssen übersetzt werden / Aufführung zum Stadtjubiläum

Vom 06.03.2004

GAU-ALGESHEIM Christian Erbach, der aus Gau-Algesheim stammende Komponist (geboren um 1570), hat etwa sechs bis acht Messen geschrieben, die bislang als verschollen galten. Doch eine ist jetzt wieder entdeckt worden. Sie wird beim Gau-Algesheimer Stadtjubiläum 2005 eine Rolle spielen.

Dr. Freund im Gespräch am Wochenende

mo. GAU-ALGESHEIM - In einem Jahr blickt Gau-Algesheim auf 650 Jahre Stadtrecht zurück. In die Vorbereitungen zum Jubiläum eingebunden sind auch das Erinnern an heimische Persönlichkeiten. Christian Erbach ist ein in Gau-Algesheim geborener Organist und Komponist geistlicher Musik. Der katholische Kirchenchor hat sich den Namen des Gau-Algesheimer Kirchenmusikers als Bezeichnung gegeben. Im Gespräch am Wochenende erläutert Erbach-Chor-Vorsitzender Dr. Bernhard Freund Vorhaben für das Jahr 2005.
Im Chor wird daran gedacht, das Festamt zum Stadtjubiläum mit der Aufführung einer Messe von Christian Erbach mitzugestalten. (Termin ist das 1. Juli-Wochenende) Acht-stimmige Erbach-Motetten gehören beispielsweise bereits seit längerer Zeit ins Repertoire des Kirchenchores. Fündig ist man nun in einem letztmals 1630 gesungenen Fundus geworden und hat eine Messe des Christian Erbach entdeckt. „Unter Chorleiter Rudolf Busch“, so Dr. Freund, „hatten wir schon einmal ein Requiem von Christian Erbach gesungen“. „Die Messe nun ist neu und entstammt einem Riesenkatalog, vielleicht finden wir hierin noch einige Kostbarkeiten“, gibt sich der Vorsitzende erfreut leicht hoffungsvoll.
Es sei offensichtlich die einzige Messe von Erbach, der etwa sechs bis acht geschrieben habe, die wieder entdeckt werden konnte. Dass dies möglich wurde, verdankt der Chor und mit ihm die Gau-Algesheimer dem Kalifornier Dr. William Keith Haldeman, der die Spuren Erbachs suchte und ihnen folgte. „Die Messe ist im Grunde genommen eine Ostermesse“, stellt Dr. Bernhard Freund fest. Deshalb setzt er sich vorrangig dafür ein, dass das Ordinarium (gewöhnliche Messgesänge - Probium ist im vorliegenden Falle die zusätzlichen österlichen Festgesänge) zur Verfügung gestellt werden kann, um das Festamt zum Jubiläum auszugestalten.
Die Schwierigkeit liegt in der damaligen Notenschrift, die zu transkivieren ist. Musikwissenschaftler übertragen die Noten der damaligen Zeit in die heutige Gültigkeit. „Keine leichte Aufgabe“, vermittelt Dr. Freund, der sich gegenüber Dr. Haldeman in den USA dankbar zeigt, dass dieser bereits einiges übertragen hat. Auch an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz befassen sich Wissenschaftler am Übertragen in die moderne Notenschrift. Eine Studentin sei augenblicklich mit dem „Credo“ als Praktikum in dieser Hinsicht beschäftigt. Vor allem angetan hat es Bernhard Freund die Exaktheit der Noten in Grün und Gold geschrieben vom St. Ulrich und Afra - Kloster in Augsburg (Kopie auf Bild erkennbar).
Der Christian-Erbach-Chor-Vorsitzende sieht in den jeweiligen Jahreskonzerten eine zusätzliche Motivation des Chores. Die Leute wollen wirklich gefordert werden. Zudem seien die Konzerte für singfreudige junge Leute eine Attraktion, dem Chor beizutreten. Viele blieben auch aktiv. Rudolf Busch habe mit den Jahreskonzerten begonnen, unter Chorleiter Grandjean wurden diese schon etwas professioneller aufgezogen und jetzt unter Chorleiter Matthias Heucher findet diese Linie Fortsetzung. Das Singen zu den Gottesdiensten, meint Freund, erleichtere die Konzertaufführung, nehme etwas an Nervosität.
„Mit Matthias Heucher als Chorleiter, der ja selbst bei uns gesungen hat“ fährt Bernhard Freund weiter fort, „ist uns ein Glücksgriff gelungen“. Er verstehe den Umgang mit den Chormitgliedern, wo sich auch private Freundschaften ergeben hätten. Zunächst habe Heucher den Chor kommissarisch geleitet. Aber schon Rudolf Busch, der Ehrenchorleiter hätte einmal Heucher angesprochen „Du wirst einmal mein Nachfolger“, den er nunmehr auch wirklich sei. Er könne begeistern dennoch herrsche Disziplin. Als eine seiner besten Erinnerungen des jetzt 15 Jahre im Amt befindlicher Vorsitzender nennt Dr. Bernhard Freund die Gründung einer Freundschaft zum Kirchenchor in Jena noch zu DDR-Zeiten und die Beziehung zum Kirchenchor in Pesina (Caprino Veronese).

 

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 AZ vom 11.11.2003

   
 
 

Fast drei Stunden höchste Anspannung

Beeindruckendes Jahreskonzert des Christian-Erbach-Chores in St. Cosmas und Damian


Vom 11.11.2003

GAU-ALGESHEIM - Einmal mehr als Ereignis der musikalischen Extraklasse erwies sich das Jahreskonzert des Christian-Erbach-Chores in der Kirche St. Cosmas und Damian in Gau-Algesheim.



Von unserem

Mitarbeiter

Alfons Molitor

Fast drei Stunden höchste Anspannung beim Christian-Erbach-Chor, den musikalischen Begleitern vom Schöneck-Ensemble Koblenz sowie den überzeugenden Solisten Elisabeth Grandjean (Sopran) und André Schann (Tenor), beide aus Koblenz, der Altistin Judith Christ, Wiesbaden, und dem Bass Lukas Battis, Köln, mit seinem Riesenpart in der Aufführung des Oratroiums "Elias" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Lohn: Ein mehr als fünf Minuten andauernder Schlussapplaus, der immer wieder anschwoll, wenn sich der Gesamtverantwortliche, Matthias Heucher, und die Solisten, darunter auch die chorangehörigen wie Johanna Heucher (Sopran), Christel Bieger (Alt), Benno Neuhaus (Tenor) und Florian Rosskopp (Bass), zeigten. Zahlreiche Kommentare nach Konzertende auf dem Kirchvorplatz galten der bravourösen Leistung des Chores.

St. Cosmas und Damian war knallvoll besetzt, selbst im Marienchor hatten Besucher Platz genommen, um das geistliche Konzert zu erleben. Präses und Pfarrer Hans-Peter Weindorf oblag es, jeweils zu Beginn eines Teiles des Oratoriums inhaltliche Ausführungen zu geben und Hinweise auf das zu erwartende Besondere in der Musik oder aber auch des Textes wie der Charakteristik der im Werk Handelnden.

Den andächtig lauschenden Zuhörern wurde eine alttestamentliche Begebenheit zum aktuellen Erlebnis. Der Chor verbürgte sich mit allen Ausführenden für das nachempfindbare und stimmungsvolle Miterleben des biblischen Inhalts und überließ der bildlichen Vorstellungskraft des Zuhörers, sich die optische Szene zum emotionalen und charakteristischen Vortrag selbst zu zeichnen. Gefühlsmäßig vergleichbar mit den vornehmlich vor dem Weihnachtsfest oder zu den Kartagen verstärkt gezeigten Monumentarfilmen mit biblischem Hintergrund. Dynamik und Dramatik hat der Komponist in sein grandioses Werk eingebaut, sie wurden in der Interpretation durch klare Konturen herausgearbeitet.

Zerknirschtheit, heiliger Zorn, Ehrfurcht, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung, die despotisch manipulierte Beeinflussung des Volkes im Wechsel der Handlung stellten hohe Anforderungen an die Wiedergabe. Matthias Heucher hatte im Vorfeld des Konzertes auf die effektvolle Interpretation hingearbeitet. Das harmonisch homogene Zusammenwirken von Chor und dem Musik-Ensemble, die Solisten in gleicher Weise eingebunden, vermittelte eine voluminöse Einheit, in der dezente Passagen gleichsam das Gesamtbild prägten. Die ausdrucksstarken Texte konnten von den Besuchern mitgelesen werden.

Auch ohne so genannte "Ohrwürmer", vielleicht auch gerade deswegen, waren die musikalischen Farbtupfer des Felix Mendelssohn Bartholdy geeignet zur Faszination der Musik, zum Innehalten und Erbauung durch die gefühlsmäßige Bewegung und Größe, die der Tondichtung unterlegt ist. Da stand die ganze Kraft und Gewalt eines begehrenden Volkes der fast sphärisch zu nennenden Klangfarbe des "Engel-Terzetts" gegenüber, das vergebliche Anhalten der Baalspriester der spöttelnden Herausforderung des Elias.

Und schließlich wurde das Nichtvorhersehbare in der Gegenwart Gottes verdeutlicht. Er erscheint seinem Propheten nicht in der Macht der Naturereignisse , sondern im Säuseln des nachfolgenden Windes. Mendelssohn Bartholdy und Matthias Heucher in der Umsetzung mit den Interpreten boten in der katholischen Pfarrkirche einen stimmungsvollen Spätnachmittag.

 

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 AZ Kirn vom 04.11.2003

   
 
  Von Anfang an frische Musik


Christian-Erbach-Chor führt "Elias" in vollbesetzter Kirche in Kirn auf

Vom 04.11.2003

Von unserem

Mitarbeiter

Nikolaus Furch

KIRN - Bis in die letzte Nische war die evangelische Kirche besetzt, als die gut siebzig Sängerinnen und Sänger und das hervorragend disponierte Schöneckensemble (Koblenz) nach Lukas Battise kraftvollem Eingangssolo als Elias das Oratorium "Elias" anstimmten. Drei Stunden dauerte das begeistert aufgenommene Konzert.

Der Präses des Christian-Erbach-Chors, Pfarrer Hans-Peter Weindorf, brachte es in einem Grußwort auf den Punkt: Elias, der alttestamentarische Gottesstreiter, ist ebenso streitbar wie einfühlsam, ja verletzlich. Hinzufügend möchte man sagen: dem einem ganzen Volk verderblichen Tanz um das goldene Kalb tritt er mit tödlicher Strenge, dem mit Existenznöten ringenden Menschen - der Witwe und ihrem todkrankem Kind - aber mit unendlicher Milde entgegen.

Das und wundertätig mehr noch verlautet in der Musik, und alle Ausführenden dieses denkwürdigen Konzerts ge-meinsam bringen es wunderbar zum Ausdruck. "Überraschungen" inklusive, von denen vorab Pfarrer Weindorf meinte, sie gehörten ganz positiv eben auch zu Leben und Lebensmelodie.

Drei positive Überraschungen gab es: Matthias Heucher, dem energischen Chorleiter, kam das Verdienst zu, seinen Chor zur Höchstform zu steigern. Mendelssohn selbst schrieb bei Einübung seines Elias in seine Probenpartitur: "Lieber übertrieben frisch als übertrieben schläfrig" und (Thema und Variation): "Von Anfang an muss die Musik frisch klingen, nicht erst am Ende". Bis zur Verleumdung hat man Mendelssohn Senti-mentalität vorgeworfen. Vom ersten Ton an tritt dieser Chor den Gegenbeweis an.

Die zweite Überraschung: die jungen Instrumentalisten: Musiker aus Leidenschaft sind es, fernab jeglicher öder "Professionalität". Großartig zu hören war, wie sie den Gleichklang mit Chor und Solisten regelrecht herausspürten, sowohl die Streicher (Konzertmeister Thomas Krämer) als auch die Bläser an Holz und Blech.

Und natürlich die Sterne am Gesangshimmel: die Solisten. Im wahrsten Sinne ist der Part des Elias eine ausdrucksstarke Wahnsinnsrolle. Lukas Battis, seines Zeichens gefeierter Opernsänger, bringt solch Gespür mit. Auch die mitfühlenden weichen Passagen gelingen und beeindrucken. Gewiss, dieser Elias ist eine sängerische Lebensaufgabe, der sich dieser Junge mit respekterhei-schendem Mut und Können stellt.

Von leuchtkräftiger Wärme ist Judith Christs Altstimme erfüllt, so recht geeignet für die lebendige Verlautung des Engels. Leuchtkraft und Reinheit aber einer weiteren Engelsstimme begeisterten nicht weniger. Elisabeth Grandjeans Sopran verbreitete gewissermaßen per Stimmabgabe Glaubenskraft. Was denn auch für die gleich dynamische wie einfühlsame Gestaltungskunst André Schanns (Tenor) in wohltuender Ergänzung zutraf. "Engelsstimmen" mit ent-sprechenden Soloaufgaben waren auch aus den Reihen des Chors selbst zu vernehmen. Johanna Heucher, Christel Bieger, Benno Neuhaus und Florian Rosskopp bekamen am Schluss donnernden Beifall.
 

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 AZ Kirn vom 30.10.2003

   
 
 

Ein Werk, das den Glauben belebt

Christian-Erbach-Chor singt Elias in Kirn


Vom 31.10.2003
KIRN (red) - Mit dem Oratorium des "Elias" (1847) von Felix Mendelssohn, präsentiert sich der Christian-Erbach-Chor am Sonntag, 2. November, 17 Uhr, in der evangelischen Kirche. Die 70 Sängerinnen und Sänger des Gau-Algesheimer Chores haben sich einen hervorragenden Ruf als Überbringer großer Chorliteratur wie Mozarts "Requiem", Haydns "Schöpfung" oder Schuberts Missa Solemnis in As-Dur, ersungen. Unter Leitung ihres jungen dynamischen Chorleiters, Matthias Heucher, werden die Sänger ein Bekenntniswerk des großen Klassik- und Kirchenkomponisten Mendelssohn zum Erlebnis gestalten: Das um rechten Glauben ringende Musikdrama um den geheimnisumwitterten Propheten Elias.


Renommierte Solisten werden Akzente setzen: Elisabeth Grandjean (Sopran), Judith Christ (Alt), André Schamm (Tenor) und Lukas Battis (Bass). Und die in diesem Oratorium ausgesprochen geniale Orchestrierung besorgen junge für Elan bekannte Instrumentalisten, die sich im traditionellen Schöneck-Ensemble (Koblenz) zusammen gefunden haben. Den überragenden Wert dieses vermächtnishaften Werkes ermisst man nicht nur an stürmisch verlangten Zugaben anlässlich der denkwürdigen Uraufführung in London im Jahr 1847. Der bei der Uraufführung anwesende Prinz schrieb Mendelssohn ins Stammbuch: "Dem Meister in Dank für dieses Werk, das den Glauben in reiner Form wieder erstehen lässt."

Karten im Vorverkauf gibt es in der Geschäftsstelle der AZ, Marktplatz 7 in Kirn.

 

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 AZ vom 15.10.2003

   
 
 

Aufführung von "Elias"

Konzert am 9. November/Vorverkauf läuft


Vom 15.10.2003
mo. GAU-ALGESHEIM - Der Christian-Erbach-Chor führt am Sonntag, 9. November, 17 Uhr, das Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian auf. Die Gesamtleitung liegt bei Chorleiter Matthias Heucher. Freunde und Kenner geistlicher Musik will der Chor damit ansprechen.
Mendelssohn hat diese Komposition für gemischten Chor, großes Orchester und vier Gesangssolisten geschrieben. Der Komponist verarbeitet in seiner Tondichtung eine Geschichte des Alten Testamentes. Für den aus einer jüdischen Familie getauften Christen Felix Mendelssohn war es gleichzeitig eine Berührung mit dem geistigen Erbe seiner Väter. Den Propheten Elias stellt sich der Komponist stark, eifrig und finster vor, was die mitreißende und dramatische Musik widerspiegelt. Eine Reihe von Melodien aus diesem Tonwerk, so äußert sich der Chorleiter, seien für Kirchenchöre so genannte Ohrwürmer und deshalb auch sehr beliebt, wie beispielsweise "Denn er hat seinen Engeln befohlen" oder "Hebe Deine Augen auf den Herrn".

Den Orchesterpart übernimmt wieder das Koblenzer Schöneck-Ensemble, während als namhafte Solisten Elisabeth Grandjean (Sopran), Judith Christ (Alt), André Schann (Tenor) und Lukas Battis (Bass) verpflichtet werden konnten.

Bereits eine Woche vor dem Gau-Algesheimer Konzert tritt der Christian-Erbach-Chor mit "Elias" in der evangelischen Stadtkirche in Kirn (Nahe) auf.

Der Vorverkauf ist bereits angelaufen. Karten sind an den bekannten Vorverkausstellen erhältlich.

 

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 AZ vom 05.11.2002

 
 

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AZ vom 15.10.2002

 

Vier Fragen an Dr. Haldeman

 

Mo.GAU-ALGESHEIM - Dr. William Keith Haldeman, der als Christian Erbach Kenner gilt, wurde vom gleichnamigen Chor zu Ehrenmitglied ernannt. Vier Fragen stellte die AZ dem US-Amerikaner:

AZ: Wie schätzen Sie die Bedeutung Christian Erbachs in der geistlichen Musik ein?
Dr.Haldeman: Christian Erbach zähle ich zu den Übergangskomponisten zwischen zwei Stilrichtungen, nämlich von der Renaissance zum Barock, von Mehrstimmigkeit zum harmonischen Stil. Als bedeutender Musiklehrer hatte er großen Einfluss auf die Schüler, die, was er lehrte, anwandten, seinem Stil also Folge leisteten. Ich halte Erbach für sehr wichtig in der Weiterentwicklung von Musik, beispielsweise von Heinrich Schütz bis zu Johann Sebastian Bach.
AZ: Wie haben Sie als US-Amerikaner Christian Erbach entdeckt?
Dr.Haldeman: Ich suchte ein Thema für meine Doktorarbeit und schaute mich nach Chormusik um. Deutsch als Sprache war mir sympathisch und ich wollte einmal nach Deutschland. Das Thema wiederum sollte möglichst wenig bekannt sein. In der Bibliothek der Universität Rochester (New York) fand ich einen Choralband aus dem Jahr 1604 von Christian Erbach. Er umfasste sechs Stimmbücher und war, im Gegensatz zur Orgelmusik von Erbach, noch unbearbeitet. Die Übertragung der Vokalmusik in moderne Notation und die Analyse der Kompositionen wurden der Ausgangspunkt meiner Doktorarbeit. Weil Erbach ein deutscher Komponist war, kam ich folglich nach Deutschland, um die Doktorarbeit abzuschliessen.
AZ: Gibt es nach Ihrer Ansicht wichtige Erbachsche Kompositionen, die bisher nicht entdeckt und aufgearbeitet sind?
Dr.Haldeman: O ja, da ist noch einiges im Fundus. Zum Beispiel die Ostermesse, eine bisher unbekannte Messe des Komponisten. Sie wurde kürzlich in Gau-Algesheim von Dr. Freund auf den Mikrofilmen entdeckt, die ich 1995 dem Christian-Erbach-Chor überließ. Diese Messe ist darin ungewöhnlich, dass es ich um eine voll durchkomponierte Messe handelt. Das bedeutet, sie enthält nicht nur die allgemeinen Teile wie Kyrie, Gloria usw, das sogenannte Ordinarium, sondern auch Teile, die sich speziell auf das Osterfest beziehen. Dieser Teil nennt sich das Proprium. In der vorliegenden Form sind die Noten für heutige Musiker nicht aufführbar. Sie müssen vielmehr durch Fachleute in moderne Notenschrift übertragen werden.
AZ: Wie sehen Sie die Möglichkeiten, Christian Erbach und seine Musik in Ihrer Heimat bekannter zu machen?
Dr. Haldeman: Das Interesse in Amerika an Christian Erbach ist sicherlich vorhanden. Ich denke schon, wenn einmal ein ganzes Werk wie beispielsweise die Ostermesse vorgelegt werden kann, dass amerikanische Musikwissenschaftler sehr interessiert sein könnten.

 

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AZ vom 10.01.2002

 
 

Singen in allen Lagen - ein wirklich guter Vorsatz für 2002



Ob im Familienkreis oder im Gottesdienst, an Weihnachten singt man gerne. Lieder, deren Texte man kennt, gehören da einfach dazu. Auch im Christian-Erbach-Chor nahm die musikalische Gestaltung der Weihnachtstage gerade wieder einen hohen Stellenwert ein. Einige Stücke sind alt andere neu und zu Beginn der Einstudierung oftmals etwas sperrig. Aber gerade das ist es, was das gemeinsame Singen so einzigartig macht. Das sperrige Stück klingt plötzlich gut, man singt es jetzt sogar gerne. Jeder, der schon einmal in einem Chor gesungen hat, kennt diesen Punkt, an dem sich ein Stück vollends entfaltet. Aber das Jahr ist lang und bietet viele Gelegenheiten zum Chorsingen. Wie ist es erst, wenn sich den Sängerinnen und Sänger von Probe zu Probe ein größeres Werk in seiner gesamten Schönheit entfaltet? All diejenigen, die dies einmal erleben möchten oder wieder einmal erleben möchten, sind zum Mitsingen im Christian-Erbach-Chor herzlich eingeladen. Bis zu den Proben zum großen November-Konzert muss man damit jedoch nicht warten. Neben einem kleinen Konzert im Frühsommer ist die anschließende Chorfahrt nach Italien sicherlich eine gute Möglichkeit, schon jetzt in den Proben den Begriff Chorgemeinschaft etwas genauer kennen zulernen. "Schnupperprobe" ist am 16.Januar um 20 Uhr im Pfarrer-Koser-Haus, Grabenstr. 28, Gau-Algesheim und unter www.christian-erbach-chor.de findet man nähere Informationen. (bf/mp)

 

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AZ vom 06.11.2001

   
 

 

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AZ vom 09.11.2000

   
 

 

Der Trauernde soll getröstet werden

"Ein Deutsches Requiem" in Pfarrkirche / 1000 Besucher bejubelten gelungene Aufführung

 

Von Alfons Molitor und Michelle Labonte

GAU-ALGESHEIM - Die katholische Pfarrkirche war beim geistlichen Konzert des Christian-Erbach-Chores "rappelvoll". Die Besucher der Aufführung von "Ein Deutsches Requiem" von Johannes Brahms für Soli, Chor und Orchester waren voller Respekt, die Kommentare reichten von "sehr beeindruckend" bis hin zu "wahrer Kunstgenuß". Zu den Ausführenden (Gesamtleitung hatte der junge Erbach-Chor-Leiter Matthias Heucher) zählten auch der befreundete Kirchenchor von St. Johann Baptist aus Jena (Einstudierung Detlef Regel), die Sopranistin Elisabeth Grandjean, Koblenz, und Bariton Hans-Otto Weiß, Mainz, sowie als Orchester Mitglieder des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz. Sie bewiesen: In der Zeit von Pop und Techno hat die Musica Sacra nichts an Anziehung verloren. Wie sonst wäre es zu erklären, dass nach den letzten Takten des Orchesters ein fünfminütiger tosender Applaus einsetzte, der in stehende Ovation und rhythmisches Klatschen einmündete. Heucher hatte sich und den Sängern 75 Minuten höchster Anspannung und Aufmerksamkeit abverlangt. Er ließ in St. Cosmas und Damian Erhabenheit, Trost und Hoffnung musikalisch und mit biblischen Texten, die nachlesbar vorlagen, einfließen. Die Interpretationen der Chöre aus Jena und Gau-Algesheim im homogenen Zusammenwirken mit Orchester trugen wesentlich hierzu bei.

Größte Harmonie

Brahms hatte mit diesem Werk den "Durchbruch" zu seiner Anerkennung geschafft. Gewidmet war es seiner drei Jahre zuvor verstorbenen Mutter, wie Pfarrer Weindorf in seiner Begrüßung der wohl über 1 000 Besucher festhielt. Brahms bediente sich biblischer Texte. Sein Requiem darf in Anspruch nehmen, trotz aller imposanter Erhabenheit, machtvoller Klangfülle und inbrünstiger Tiefe Elemente lyrischer und romantischer Harmonik zu besitzen.
Die gesangliche Beweglichkeit der weit über 100 Sängerinnen und Sänger war von einer kaum erwarteten Harmonie bestimmt. Immerhin waren die gemeinsamen Proben der Kirchenchöre aus Gau-Algesheim und Jena begrenzt.
Für Heucher war es sein zweites großes Konzert mit dem Erbach-Chor. Vereinsvorsitzender Dr. Bernhard Freund und sein Vorstand haben nach Meinung von Kennern geistlicher Musik richtig gehandelt, einem jungen Mann der Region eine Chance gegeben zu haben. Das geistliche Konzert hatte der Chor seinem ehemaligen und im laufenden Jahr verstorbenen, über 30 Jahre engagiert tätigen Chorleiter Rudolf Busch gewidmet.
"Was den Text betrifft, so will ich bekennen, dass ich recht gern auch das "Deutsch" fortließe und einfach "den Menschen" setzte. Dieses Zitat von Brahms aus der Korrespondenz benennt den Kern sehr überlegt zusammengestellten Textvorlage. In "Ein deutsches Requiem op 45" vertont Brahms biblische Texte, die nicht nur von Tod, sondern auch von Hoffnung sprechen. Es ist eben nicht eine deutsche Fassung des lateinischen Requiemtextes, sondern eine musikalische Totenfeier, die quer zum liturgischen Modell steht. In Brahms Werk steht der Mensch im Vordergrund der lebende, zurückgelassene, Trauer, Leid tragende. Er soll getröstet werden. Stärker als bei den meisten zeitgenössischen Oratorien ist der Chor Klangkörper wie Träger des gedanklichen Gehalts. Keiner der Sätze ist ohne Chorbegleitung. Der erste Satz ist ein ruhiger Eingang, der die Zeitlosigkeit von Trauer und Trost beschwört. Rhythmisch profiliert dagegengesetzt folgt im zweiten Satz ein Totenmarsch im Drei-Viertel-Takt.

Vision ewiger Freude

Dem resignierten Ton wird im Fugato die Vision ewiger Freude klangmächtig entgegengesetzt. Der dritte Satz überträgt die allgemeinen Reflexionen auf das leidende Individuum. Nach den gewaltigen Bildern der Sätze 2 und 3 entwirft der 4. eine pastorale Idylle.
Das Sopran-Solo im fünften Satz, hervorragend besetzt durch Elisabeth Grandjean, stellt die wichtigsten Begriffe "Traurigkeit" und "Trost" noch einmal dicht nebeneinander. Auch Hans-Otto Weiß überzeugte als Bariton-Solist.
Nun folgt der mächtigste und dramatischste Abschnitt, in dem Brahms die Auferstehungsvision nicht als drohendes jüngstes Gericht, sondern als großen Triumph "definiert". Ein freundlicher Nachklang ist der siebte Satz, der wieder in den Gedankenkreis und die musikalische Atmosphäre des Anfangssatzes zurückleitet.

 

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Ingelheimer Wochenblatt vom 09.11.2000

   
 

 

Trauer, Trost und Hoffnung

Christian-Erbach-Chor sang bewegendes Chorkonzert

In der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian wurde mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms ein Meilenstein
des Chores gesetzt.


GAU-ALGESHEIM (ros) Die Pfarrkirche war bis auf den letzten Platz besetzt als am vergagnen Sonntag der Christian-Erbach-Chor in Verbindung mit dem Kirchenchor von St. Johann Baptist aus Jena das Deutsche Requiem von Johannes Brahms aufführte. Der Christian-Erbach-Chor widmete dieses Konzert dem Andenken seinem langjährigen und verdienten Chorleiter Rudolf Busch, der in diesem Jahr verstarb.
Unter der Leitung von Matthias Heucher, einem Schüler von Rudolf Busch, wurde dieses Konzert zu einem Erlebnis, an das die vielen Besucher mit Gewissheit noch lange zurückdenken werden.
Die beiden Chöre verschmolzen stimmlich zu einem großen Chor. Die Sänger zogen die Zuhörer gleich von Anfang an in ihren Bann.
Johannes Brahms komponierte das Requiem nach dem Tode seiner Mutter, 1885. Es wurde 1886 zum ersten Mal aufgeführt und hatte gleich von Anfang an großen Erfolg. Das Werk ist in sieben Sätze aufgebaut, unter denen sich die drei ersten mit der Vergänglichkeit des Lebens auseinandersetzen. Im zweiten Teil des Requiems wird die Verheißung des ewigen Lebens zum Trost für die Trauernden. Den Text für das Requiem stellte Brahms selbst aus dem Alten Testament zusammen.
Der erste Satz beginnt feierlich und ausdrucksvoll: "Selig sind die da Leid tragen." Schon hier zeigte der Chor seinen ganzen Gesangsumfang. Edel in der Aussprache, diszipliniert und einfühlsam setzen sie Akzente und bauen einen Spannungsbogen, der sich bis zum Ende des Werkes steigerte! Im zweiten Satz "Denn alles Fleisch ist wie Gras" kamen besonders die herrlichen Sopranstimmen im Chor und auch die der Solistin Elisabeth Grandjean zum Tragen. Im dritten Satz steigert sich die Dramatik des Werkes . Dumpfe Trommelwirbel lassen den Zuhörer erschauern. "Herr,lehre mich dass ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat.."sang der Solist Hans-Otto Weiß mit überzeugender Stimme.
Im vierten Satz überwiegt der liedhafte Charakter der Musik und hier kommen auch die Bläser des Landesjugendorchesters besonders gut zur Geltung. Das Werk endet mit der Frage :"Tod wo ist Dein Stachel, Tod wo ist dein Sieg?" Hier zeigte sich einmal mehr die großartige Führung von Matthias Heucher, der das Deutsche Requiem von Johannes Brahms zu einem großen Konzertgenuss werden ließ. Langanhaltender Beifall und standing Ovations dankten den Musikern für diesen Konzertgenuss.

 

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AZ vom 03.09.2000 

   
 

 

Christian-Erbach-Chor zu Gast in Jena

Seit einiger Zeit proben der Christian-Erbach-Chor (Gau-Algesheim) und der Kirchenchor St. Johann Baptist (Jena) jeder für sich an dem diesjährigen gemeinsamen Konzertprogramm. Wie bereits berichtet, steht das Deutsche Requiem von Johannes Brahms zur Aufführung an. Im August trafen sich nun die beiden befreundeten Chöre zur ersten gemeinsamen Probe im schönen Gemeindehaus in der Wagnergasse in Jena. Die beiden Chorleiter Detlef Regel (Jena) und Matthias Heucher (Gau-Algesheim), die sich bislang lediglich über die Entfernung zur Gestaltung im Einzelnen absprechen konnten, erwarteten diese beiden Tage mit Hochspannung. Es galt, in intensiven Proben die beiden Chöre zu einem Chor zu verschmelzen. Die schon seit Jahren bestehende Freundschaft zwischen den Sängerinnen und Sängern der beiden Chöre wurde erneut durch diese gemeinsame Aufgabe vertieft. In geselligen Runden am Rande des Probenwochenendes tauschte man sich wieder intensiv aus oder schloss neue Bekanntschaften, denn in beiden Chören gibt es eine Reihe neuer Gesichter. 
Im September treffen sich die Sängerinnen und Sänger beider Chöre erneut zu einem Probewochenende, dann in Gau-Algesheim. Danach stehen die beiden Konzerte am 21. Oktober in Jena und am 5. November in Gau-Algesheim auf dem Plan, welche nach einer so gründlichen Einstudierung in beiden Städten gespannt erwartet werden dürfen. (bf/mp) 

 

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AZ vom 19.07.2000 

   
 

 

Chorproben finden wieder statt

Der Christian-Erbach-Chor beendet in Kürze seine Sommerpause. Ab Mittwoch, dem 2. August, finden die Proben wie gewohnt um 20.00 Uhr im Pfarrer-Koser-Haus in der Grabenstraße 28 , Gau-Algesheim, statt, wobei die Einstudierung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms im Mittelpunkt steht. Chorleiter Matthias Heucher legte den Wiederbeginn im Hinblick auf die Größe des Werks bewusst früh, zumal die erste der beiden Aufführungen schon Ende Oktober in Jena ist. Er ruft alle bereits aus dem Urlaub zurückgekehrten Chorsängerinnen und -sänger zu vollzähligem Probenbesuch auf. Das Konzert in Gau-Algesheim wird dann traditionsgemäß am ersten Sonntag im November sein. Dies ist gleichzeitig die letzte Gelegenheit für Wiedereinsteiger und Interessierte, die mitsingen möchten. Kommen Sie einfach zur ersten Chorprobe dazu! (bf/mp) 

 

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